Partizipation

Partizipation ("Beteiligung, Mitbestimmung, Mitwirkung")

Partizipation bedeutet, Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. (Richard Schröder)

Sie ist ein Grundrecht aller Kinder (UN-Kinderrecht, Art. 12) und im bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan als Grundpfeiler der Pädagogik vorgegeben.

Die Grundlage für Partizipation ist die Haltung der Pädagogen, die sich im Handeln am Kind widerspiegelt. Je mehr wir akzeptieren können, dass selbst kleine Kinder ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben, umso leichter fällt es uns, ihnen dies auch im Alltag zuzusprechen. Das soll nicht heißen, dass Kinder bei uns tun und lassen können, was sie wollen, aber: ihre Meinung zählt, ihre Forderungen werden gehört, ihr Wille wird respektiert und ihre Bedürfnisse geachtet.

Unser Wunsch ist es,

  • Kindern immer mehr Situationen zu bieten, in denen sie selbstbestimmt handeln und unser gemeinsames Tun mitbestimmen können,
  • sie Stück für Stück zu befähigen, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen
  • und Möglichkeiten zu finden, in denen die Kinder demokratische Grundstrukturen kennenlernen und erproben können,

…  all das angepasst an Entwicklungstand, Alter, Fähigkeiten, Temperament und kulturellen Hintergrund.

 

Partizipation ist wichtig:

Für das einzelne Kind …

  • Durch die Beteiligung erfahren Kinder, dass sie etwas erreichen und auf ihre Umgebung einwirken können. Der erfolgreiche Umgang mit der Aufgabe stärkt das Selbstwertgefühl und macht Mut für die nächste Herausforderung.

Für die Gruppe …

  • Wenn viele Kinder ihre Meinung, ihre Ideen und ihre Bedürfnisse ausdrücken, dann lernen die Kinder automatisch, dass die Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben und dass der einzelne diesen nicht immer nachgehen kann.

Für die Gesellschaft …

  • Eine Gesellschaft lebt vom sozialen Engagement ihrer Mitglieder. Wenn Kinder daran gewöhnt sind, an Entscheidungsprozessen mitzuwirken und Verantwortung zu übernehmen, werden sie auch später harmonisch in Gemeinschaft mit anderen leben können (Sozialkompetenz) und aktiver Teil einer demokratischen Gesellschaft sein (Fachkompetenz). 

Um unser Handeln in diesem Bereich besser reflektieren zu können, haben wir uns ein Partizipationskonzept erstellt, das allen Mitarbeitern als verpflichtender Leitfaden dient und Teil unseres Schutzkonzeptes ist.

Konkret bedeutet dies, dass wir...

     - Themen, die den Gruppenalltag betreffen mit den Kindern in Morgenkreis, Kinderkonferenz oder in Einzel- bzw. Kleingruppengesprächen im Vorfeld kindgerecht besprechen.

     - den Kindern die Möglichkeit bieten, ihre Ideen, Anregungen und Beschwerden (anonym) über einen Birefkasten weiterzugeben. Diese werden anschließend in der Gruppe besprochen und (wenn möglich und sinnvoll) zeitnah umgesetzt. So können die Kinder ihren Alltag direkt mitgestalten.

     - in unserem KiTa-Parlament mit Mitgliedern aus KiGa, Hort, Team und Elternbeirat gruppenübergreifende Angelegenheiten miteinander diskutieren.

     - Regeln nach Möglichkeit gemeinsam mit den Kindern festsetzen und erklären.

     - uns Zeit nehmen, durch genaues Beobachten die Bedürfnisse der Kinder hinter ihren Handlungen, Beschreibungen oder Gefühlsregungen wahrzunehmen.

     - unser Verhalten ankündigen und abwarten, um den Kindern die Möglichkeit zur Reaktion zu geben.

     - individuelle Situationen mit gemeinsamen Aktionen abwechseln, so dass die Kinder lernen können, was es bedeutet in einer Gruppe als Gemeinschaft zu agieren.

     - die Kinder ermutigen, an ihre Fähigkeiten zu glauben und diese an andere weiterzugeben.

     - uns von den Fragen der Kinder leiten lassen.

     - zwar nicht alle Wünsche erfüllen können, den Kindern aber Einsicht in unsere Entscheidungen geben.

     - zum Weitermachen ermuntern, aber ein Wegdrehen, kopfschütteln, „Nein.“, „Ich bin fertig.“ oder „Ich bin satt.“ als Schluss akzeptieren.

     - Vorbild sind, indem wir uns gegenseitig mit Respekt begegnen, unterschiedliche Meinungen zulassen und einander an den verschiedenen Prozessen im Haus beteiligen.